Mit den eingangs genannten Anwendungsstrecken für den Hochgeschwindigkeits-Transrapid wird noch weiter in diese ökonomisch falsche Richtung gesteuert: Ausgerechnet durch Bahntrassen für den Fernverkehr, die noch aufwendiger als die ICE-Strecken sind, will man absurderweise den Konkurrenzkampf sowohl gegen das fahrweglose Flugzeug als auch gegen die ausländischen Hersteller preisgünstigerer Eisenbahn-Züge und -Strecken gewinnen. Die Erfahrungen der letzten Jahre mit angeblich baureifen Transrapid-Projekten in den USA oder in Australien für Fernverkehr zeigen jedoch, daß ökonomische Gesetze im globalisierten Wettbewerb nicht ausgehebelt werden können.
Da sich bei der Magnetbahn-Technik, vereinfacht ausgedrückt, der Motor im Fahrweg und nicht im Fahrzeug befindet, ist der Fahrweg grundsätzlich sehr teuer. Deshalb benötigt der Transrapid, um überhaupt wirtschaftlich zu sein, zum einen kurze und somit nicht so teure Strecken und zum anderen sehr große Verkehrsströme, die wiederum nur auf kurzen Entfernungen vorhanden sind. Denn im Personenverkehr gilt das Lillsche Gesetz, nach dem die Fahrgastströme mit dem Quadrat der Entfernung zwischen der Quelle und dem Ziel des Verkehrs abnehmen. Nur im Nah- und Regionalverkehr innerhalb von Ballungszentren sind die Verkehrsströme ausreichend groß und nur bei kurzen Magnetbahn-Strecken sind die Fahrwegkosten entsprechend niedrig, so daß hier mit einem wirtschaftlichen Bau und Betrieb gerechnet werden kann - vor allem dann, wenn die Trasse grundsätzlich eingleisig ist. Da die Zahl und die jeweilige Größe der Ballungszentren weltweit stark zunimmt, da zugleich die meisten dieser Agglomerationen, insbesondere in den Schwellenländern in Asien und Südamerika, keinen leistungsfähigen Öffentlichen Personenverkehr besitzen und da diese Megastädte nicht selten eine extrem schwierige Topographie aufweisen, besteht ein enormes Potential für Massen-Verkehrssysteme, die platzsparend sind, große Steigungen auf direktem Weg bewältigen können und zugleich mit relativ hoher Geschwindigkeit verkehren, und dies ohne Verlärmung von Wohngebieten. Zur Bewältigung derartiger Verkehrsaufgaben sind die beiden Regiorapid-Projekte Essen - Düsseldorf/Remscheid und Stuttgart - Tübingen ideale Vorbilder.
"Regiorapid" ist als Marke (Nr. 300 36 750) und Gebrauchsmuster (Nr. 200 08 778.9) beim Deutschen Patent- und Markenamt in München eingetragen. Das Gebrauchsmuster umfaßt insbesondere die technischen Modifikationen gegenüber dem "Transrapid" sowie die beiden hier erläuterten Anwendungsstrecken.