Stellungnahmen

Richtigstellung einer Kernaussage der neuen Studie des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie zum S-Bahn-Südring

In den Unterlagen "Vergleichende Untersuchung 2. S-Bahn-Tunnel / Südring - Präsentation am 16.11.2009", durchgeführt im Auftrag des Bayerisches Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie ist im Fazit S. 47 zu lesen:

"Bisherige Überlegungen zum Südring-Ausbau (z.B. Vieregg-Rössler) technisch unzureichend, planerisch und monetär unvollständig"

Hierzu stellen wir richtig:

Die beauftragten Gutachterbüros haben laut den am 19.11.2009 gemachten Aussagen von Antje Altmann, Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, Büro München, die detaillierten Planungsunterlagen der VIEREGG-RÖSSLER GmbH zum Südring-Ausbau gar nicht berücksichtigt, obwohl ihnen diese Unterlagen incl. Bauablaufspläne mit Schreiben vom 15.9.2009 zur Einsichtnahme übergeben worden waren. Die Gutachterbüros haben lediglich Informationen verwendet, die sie im Rahmen einer mündlichen Kurzpräsentation am 2.7.2009 erhalten hatten. Wegen der fehlenden Einsichtnahme in die detaillierten Südring-Pläne der VIEREGG-RÖSSLER GmbH konnten die Gutachterbüros diese Planung gar nicht beurteilen. Die oben zitierte Bewertung entbehrt deshalb jeder Grundlage.


Kommentar zur Diskussion über Baukosten und Sicherheit des Transrapids München Hbf - Flughafen München

Die VIEREGG-RÖSSLER GmbH hat im März bzw. Mai 2007 zwei Studien zum Münchner Transrapid-Projekt vorgelegt, und zwar zu den Baukosten der MSB-Strecke[Ermittlung der wahrscheinlichen Baukosten der geplanten Transrapid-Strecke München Hbf - Flughafen München, Auftraggeber: Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag, März 2007] und zur Sicherheit des Transrapid-Betriebs.[Stellungnahme zur Sicherheit der Fahrgäste und Anlieger der geplanten MSB-Strecke München Hbf - Flughafen München, Auftraggeber: Anti-Transrapid-Einwendergemeinschaft (ATEG), April 2007] Die Befürworter der Münchner Magnetschebebahn, insbesondere das bayerische Wirtschaftsministerium und die DB Magnetbahn GmbH, reagierten auf die Ergebnisse beider Gutachten mit massiven Vorwürfen und Pauschalurteilen wie "handwerklich äußerst mangelhaft", "Gefälligkeitsgutachten" oder "Horrorgeschichten", aber brachten mit Ausnahme eines einzigen Punktes keine inhaltsbezogene Kritik an diesen beiden Gutachten vor. Es wurde lediglich kritisiert, daß die VIEREGG-RÖSSLER GmbH bei der Ermittlung der Baukosten für die Transrapid-Trasse eine Inflationsrate von 3,5% zugrunde gelegt hat, während die Preissteigerung in Deutschland doch nur bei 1,4% pro Jahr läge. Auf diese Weise soll vermutlich den einfachen Zeitungslesern suggeriert werden, die VIEREGG-RÖSSLER GmbH würde eine falsche Inflationsrate verwenden.

Hierzu erklären wir:

Es ist richtig, daß das Statistische Bundesamt eine relativ geringe Preissteigerung von nur 1,4% errechnet hat (aktuell allerdings 1,9%). Doch dieser Wert bezieht sich nicht auf den Bau der geplanten MSB-Infrastruktur, sondern einzig und allein auf die Konsumgüter, die von einem durchschnittlichen Haushalt gekauft werden, also auf Lebensmittel, Bekleidung, Unterhaltungselektronik und ähnliches mehr. Dagegen beträgt die Preissteigerung der sog. Erzeugerpreise aktuell rund 6% und für den Bereich Bau sogar über 7% pro Jahr. Die von der VIEREGG-RÖSSLER GmbH verwendete Inflationsrate von 3,5% stellt somit eher noch eine Unterschätzung der tatsächlich zu erwartenden Baukosten dar und schon gar keine Überschätzung. Diesen tendenziell zu niedrigen Wert als angeblich zu hoch zu kritisieren, bedeutet entweder, daß die betreffenden Transrapid-Befürworter über Inflationsraten nicht Bescheid wissen oder daß sie den mangelhaften Informationsstand der Bevölkerung (und vermutlich auch mancher Journalisten) - die häufig nur von "der Inflationsrate" sprechen - gezielt für die eigenen Zwecke ausnutzen.